China hat angekündigt, ab dem 1. April 2026 alle Mehrwe...
China hat angekündigt, ab dem 1. April 2026 alle Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen für Photovoltaikprodukte vollständig abzuschaffen. Diese Steuervergünstigungen hatten jahrzehntelang dazu beigetragen, chinesische Solarmodule, Solarzellen und Vorprodukte zu sehr günstigen Preisen auf den Weltmarkt zu bringen. Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der globalen Photovoltaik-Industrie und hat bereits erste Auswirkungen auf Preise, Lieferketten und Beschaffungsstrategien.
Die Export-Mehrwertsteuervergünstigungen (VAT Export Rebate) ermöglichten es Herstellern, einen Großteil der beim Export gezahlten Mehrwertsteuer zurückzuerhalten. Diese Rückerstattungen wirkten wie indirekte Subventionen und senkten die effektiven Exportkosten erheblich. Sie wurden eingeführt, um die chinesische Solarindustrie schnell auszubauen und auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen.
Nach jahrelangem Wachstum und einer massiven Produktionskapazität hat die chinesische Regierung nun beschlossen, diese steuerlichen Vorteile zu beenden. Offizielle Begründungen nennen, dass die Solarindustrie mittlerweile eine starke Marktposition erreicht habe und weniger auf volumenbezogene Exportsubventionen angewiesen sei. Stattdessen wolle man den Fokus stärker auf technologischen Fortschritt, strukturelle Stabilität und nachhaltige Industrieentwicklung legen
Photovoltaikprodukte (Wafer, Zellen, Module): Die Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen entfallen vollständig ab dem 1. April 2026.
Batterieprodukte und Energiespeicher: Die Vergünstigungen werden zunächst reduziert und sollen ab dem 1. Januar 2027 komplett gestrichen werden
Dieser strategische Schritt bedeutet, dass für exportierte PV-Produkte künftig ein früher erheblicher Kostenfaktor direkt in die Preisstruktur eingeht. Hersteller müssen die Mehrwertsteuerbelastung tragen, statt sie erstattet zu bekommen, was die Kalkulation der Endpreise beeinflusst.
Industrieanalysten gehen davon aus, dass dieser Richtungswechsel zu steigenden Preisen bei Solarmodulen und Komponenten führen wird. Schätzungen zufolge könnten Modulpreise weltweit zwischen etwa 10 % und 15 % zulegen, da die bisherigen Exportvorteile wegfallen und Exportkosten stärker durchschlagen.
Auch Wechselrichter und andere Bestandteile der PV-Lieferkette dürften unter erhöhtem Preisdruck stehen, da diese häufig gemeinsam mit Modulen aus China importiert werden.
Im Vorfeld der Abschaffung haben einige Hersteller begonnen, Lieferungen ins erste Quartal 2026 vorzuziehen, um noch von den bestehenden Rückerstattungen zu profitieren. Dies könnte kurzfristig den globalen Markt mit zusätzlichen Mengen versorgen, mittelfristig jedoch zu Engpässen und einer Anpassung der internationalen Preislandschaft führen
Für Projektentwickler, Händler und Installateure bedeutet die Abschaffung der Förderungen ein verändertes Beschaffungsumfeld:
Höhere Einkaufspreise für Module könnten die Gesamtkosten von PV-Projekten erhöhen.
Projektkalkulationen und Investitionsentscheidungen müssen angepasst werden, da Materialkosten einen noch größeren Einfluss auf die Rendite haben.
Anlagenbauer in Europa und anderen Regionen könnten verstärkt nach alternativen Lieferanten oder vor Ort produzierten Komponenten suchen, um Abhängigkeiten von chinesischen Exportpreisen zu reduzieren.
Die Abschaffung der chinesischen Export-Förderung für Photovoltaik markiert ein Ende einer Ära sehr günstiger Solarmodule auf dem Weltmarkt. Sie signalisiert eine strategische Neuausrichtung der chinesischen Solarindustrie und könnte in den kommenden Monaten und Jahren die internationalen Preise und Lieferketten deutlich verändern.
Für den deutschen und europäischen Markt bedeutet dies, dass die Zeiten historisch niedriger Modulpreise aller Wahrscheinlichkeit nach vorüber sind und eine Phase moderater Preisanpassungen beginnt.