FAQ: Welche technischen Daten brauche ich für einen Heimspeicher zur bestehenden PV-Anlage?
Vor dem Nachrüsten eines Heimspeichers sollten Sie Wechselrichter, Kopplung, Leistung, Messkonzept, Schnittstellen und Einbauort prüfen. Diese FAQ zeigt, welche Angaben ein Fachbetrieb benötigt.
Die wichtigste Antwort: Ein Heimspeicher passt nicht allein wegen seiner Kapazität zu einer bestehenden PV-Anlage. Für die Prüfung braucht der Fachbetrieb vor allem Angaben zu Wechselrichter, Kopplung, Lade- und Entladeleistung, Messkonzept, Netzanschluss und Aufstellort.
Welche Angaben brauche ich zum vorhandenen PV-Wechselrichter?
Notieren Sie Hersteller, genaue Typbezeichnung, Baujahr, Nennleistung und technische Daten. Ein Foto des Typenschilds sowie das Datenblatt sind hilfreicher als eine ungefähre Modellbezeichnung.
Wichtig ist, ob ein reiner PV-Wechselrichter oder ein für Batteriespeicher geeigneter Hybridwechselrichter vorhanden ist. Bei einer bestehenden Anlage muss geprüft werden, ob der Wechselrichter weiterverwendet werden kann oder ein zusätzliches Gerät erforderlich ist.
Was ist bei AC- und DC-Kopplung zu beachten?
Bei einer AC-Kopplung wird der Speicher auf der Wechselstromseite eingebunden. Bei einer DC-Kopplung liegt er auf der Gleichstromseite und ist in ein dafür geeignetes Wechselrichterkonzept integriert. Der VDE-FNN-Hinweis Version 7.1 vom Juli 2024 stellt beide Varianten dar. Welche Kopplung für die bestehende Anlage passt, hängt vom vorhandenen Wechselrichter und vom geplanten Anschlusskonzept ab.
Welche Leistungsdaten sind entscheidend?
Neben der Kapazität in Kilowattstunden zählt die Leistung in Kilowatt. Bereitzuhalten sind:
maximale Ladeleistung
maximale Entladeleistung im Dauerbetrieb
Leistung des Batterie- oder Hybridwechselrichters
Leistung der PV-Anlage
gleichzeitige Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Elektroherd
Eine hohe Kapazität reicht nicht aus, wenn die Entladeleistung für die vorgesehenen Verbraucher zu gering ist. Die passende Auslegung hängt daher vom Verbrauchsprofil und der gewünschten Betriebsweise ab.
Welche Netzanschlussdaten muss der Fachbetrieb prüfen?
Erforderlich sind unter anderem Anschlussart, Phasen, Absicherung, Hausanschluss, Leitungswege und Zähleranlage. Auch die maximal zulässige Bezugs- und Einspeiseleistung am Netzanschlusspunkt muss zum Anlagenkonzept passen.
Für Speicher am Niederspannungsnetz gelten je nach Betriebsweise unterschiedliche Anforderungen: Im Energiebezug wird der Speicher netzseitig wie eine Bezugsanlage behandelt, bei Energielieferung wie eine Erzeugungsanlage. Der VDE-FNN-Hinweis nennt deshalb die jeweils einschlägigen technischen Regeln und die Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers.
Muss der Speicher angemeldet oder registriert werden?
Das hängt von der Betriebsweise ab. Nach dem VDE-FNN-Hinweis müssen elektrische Speicher grundsätzlich beim Netzbetreiber angemeldet und zusätzlich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Ausschließlich für den Inselbetrieb vorgesehene und betriebene Speicher sind dort als Ausnahme von der Anmeldung beim Netzbetreiber genannt. Die konkrete Abwicklung richtet sich nach dem Verfahren des zuständigen Netzbetreibers.
Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintragung im Marktstammdatenregister sind getrennte Vorgänge. Sie sollten daher jeweils separat geprüft und dokumentiert werden.
Welche Zähler und welches Messkonzept bestehen?
Legen Sie Zählerfotos, die letzte Anmeldung und vorhandene Anlagendokumentation bereit. Relevant sind beispielsweise:
Zählerart und Zweirichtungszähler
Erzeugungszähler
Einspeiseart und Leistungsbegrenzungen
intelligentes Messsystem
Messung am Netzanschlusspunkt
Ob zusätzliche Sensoren oder Zähler erforderlich sind, hängt vom Anschluss- und Betriebskonzept ab. Ein intelligentes Messsystem kann unter bestimmten Voraussetzungen erforderlich sein, etwa ab 7 kW installierter Erzeugungsleistung, ab 6.000 kWh Jahresenergiebezug im Dreijahresmittel oder bei einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung am Netzanschluss.
Welche Kommunikation und welcher Aufstellort sind wichtig?
Zu prüfen ist, wie Speicher, Wechselrichter, Energiemanagement und Messung miteinander kommunizieren. Die konkrete Schnittstelle richtet sich nach dem Anlagen- und Steuerungskonzept.
Bereitzuhalten sind außerdem Fotos oder ein Grundriss mit Angaben zu Platz, Tragfähigkeit, Umgebung, Abständen, Belüftung und Leitungswegen. Maßgeblich sind die Herstellerangaben des ausgewählten Systems. Arbeiten an Verteilung, Zähleranlage und Netzanschluss gehören in die Hände eines qualifizierten Fachbetriebs.
Welche Unterlagen sollte ich zusammentragen?
Datenblätter und Fotos aller Wechselrichter
Baujahr und Leistung der PV-Anlage
Schaltplan oder Installationsdokumentation
Zählerfotos und bestehendes Messkonzept
Angaben zu Hausanschluss, Phasen und Absicherung
Stromverbrauch und geplante Großverbraucher
Fotos oder Grundriss des Aufstellorts
Unterlagen zu Anmeldung und Einspeisung
Erst mit diesen Angaben lässt sich beurteilen, ob Kopplung, Leistung, Messung, Kommunikation und Netzanschluss zusammenpassen. Die Speicherkapazität ist nur ein Teil der Prüfung.