Eine PV-Anlage erzeugt auch im Winter Strom, meist jedoch deutlich weniger als im Sommer. Entscheidend sind Monatsprognosen, Standort, Verschattung und der zeitliche Verlauf des Verbrauchs.
Eine PV-Anlage erzeugt auch im Winter Strom. Kürzere Tage, der niedrigere Sonnenstand und die verfügbare Sonneneinstrahlung begrenzen den Ertrag jedoch häufig deutlich gegenüber den Sommermonaten. Für eine realistische Einschätzung reicht der Jahresertrag allein deshalb nicht aus. Entscheidend ist, wie sich Erzeugung und Verbrauch über die einzelnen Monate verteilen.
Warum Monatswerte wichtiger sind
Ein Jahreswert fasst ertragreiche und ertragsschwache Monate zusammen. Er zeigt daher nicht, wie viel Solarstrom im Winter voraussichtlich verfügbar ist. Bei der Angebotsprüfung sollten Sie sich eine nachvollziehbare Monatsprognose geben lassen.
Wichtig sind insbesondere:
erwarteter Ertrag je Monat und für das gesamte Jahr
Standort sowie angenommene Dachausrichtung und Dachneigung
berücksichtigte Verschattung durch Gebäude, Bäume oder Dachaufbauten
angenommener Haushaltsverbrauch und Berechnungsmethode
getrennte Angaben zu Erzeugung, Direktverbrauch, Netzbezug und Einspeisung
Eine pauschale Winterquote lässt sich nicht zuverlässig auf jedes Gebäude übertragen. Standort, Dachbedingungen und Wetter beeinflussen das Ergebnis.
Verschattung im Winter genauer prüfen
Der niedrige Sonnenstand kann dazu führen, dass Gebäude, Bäume oder Schornsteine länger Schatten auf die Dachfläche werfen. Fragen Sie deshalb nach, ob die Verschattung für die relevanten Wintermonate konkret modelliert wurde.
Bei einer bestehenden Anlage helfen Monatsdaten aus dem Monitoring. Vergleichen Sie die tatsächliche Erzeugung mit der Prognose über mehrere Monate oder Jahre. Einzelne trübe Tage sind für eine Bewertung nicht aussagekräftig.
Was ein Speicher leisten kann – und was nicht
Ein Speicher kann Solarstrom zeitlich verschieben, etwa vom Nachmittag in den Abend. Er erzeugt aber keine zusätzliche Energie. Liefert die PV-Anlage an mehreren trüben Tagen nur wenig Strom, kann der Speicher diese fehlende Erzeugung nicht vollständig ersetzen. Für die Auslegung sollten daher Erzeugungsprofil, Verbrauch und gewünschte Nutzung gemeinsam betrachtet werden.
Verbrauch realistisch einordnen
Für die Planung zählt nicht nur der Jahresverbrauch. Hilfreich sind monatliche oder zeitlich detaillierte Verbrauchsdaten sowie Informationen zu:
Anwesenheitszeiten und typischem Tagesverbrauch
Wärmepumpe und elektrischer Warmwasserbereitung
Elektroauto und geplanten Ladezeiten
vorhandenen Zähler- oder Monitoringdaten
Ein höherer Stromverbrauch im Winter kann mit einer schwächeren PV-Erzeugung zusammenfallen. Deshalb sollte ein Angebot getrennt ausweisen, welcher Verbrauch voraussichtlich direkt gedeckt wird und welcher Netzbezug verbleibt.
Checkliste für die Angebotsprüfung
Gibt es eine Monatsprognose statt nur eines Jahreswerts?
Sind Ausrichtung, Neigung und Verschattung dokumentiert?
Passt die Verbrauchsannahme zu Ihrem Haushalt?
Werden Wärmepumpe und Elektroauto zeitlich realistisch berücksichtigt?
Sind Eigenverbrauch, Netzbezug und Einspeisung getrennt dargestellt?
Wird klar benannt, welche Winterversorgung nicht zugesichert werden kann?
So lässt sich besser beurteilen, ob die erwartete PV-Erzeugung zum eigenen Verbrauch passt – ohne aus einem Jahreswert falsche Wintererwartungen abzuleiten.